Freitags-Special: Eine Welt ohne Kinder

Ach, ging diese Woche schnell vorbei. Es ist schon wieder Freitag und damit für mich wieder einmal Zeit, sich hier im Freitags-Special mit einer besonders ausgefallenen oder spannenden Idee aus der Fantastik auseinanderzusetzen. Heute ist es, wie letzte Woche, wieder eine interessante Idee aus einem Film, mit der ich mich beschäftigen möchte.

Die dieswöchige allerdings ist im Gegensatz zur Letzten düster, melancholisch und stimmt nachdenklich. Es geht um das Ausgangsszenario des 2006 erschienenen Films Children of Men von Alfonso Cuarón mit Clive Owen in der Hauptrolle. Vor allem dessen dargestellten gesellschaftlichen Auswirkungen erscheinen interessant.

Kurzum: Seit fast zwei Jahrzehnten werden keine neuen Kinder mehr auf der Erde geboren. Die Ursachen sind nicht hinlänglich bekannt, es wird ein Virus als Auslöser vermutet. So oder so, es gibt kein Heilmittel, alle wissenschaftlichen Bemühungen laufen ins Leere. Die Menschheit steht vor ihrem Ende.

Children-of-Men-Logo
Clive Owen in der düsteren Welt von Children of Men

Das Dramatische an diesem Szenario ist wohl die Art und die Unausweichlichkeit des Endes. Kein apokalyptisches Ereignis, kein einschlagender Meteorit, keine Epidemie, die Menschen wie die Fliegen sterben lässt, keine todbringende Invasion technologisch überlegener Außerirdischer. Stattdessen ein langsames, stilles „Lebewohl Menschheit“.

Am Spannendsten sind bei diesem finsteren Szenario wohl die gesellschaftlichen Auswirkungen, die in dem Film gezeigt werden. Depressionen und Terror breiten sich in der Gesellschaft aus, entweder die Menschen resignieren oder sie schließen sich Organisationen an, die mit Gewalt für Veränderungen kämpfen. Die öffentliche Ordnung ganzer Staaten zerfällt regelrecht, während Andere – im Falle von Children of Men Großbritannien – durch die Etablierung eines kompromisslosen Polizeistaates versuchen nicht von der Welle aus Anarchie und Chaos mitgerissen zu werden.

Man fragt sich als Zuschauer den ganzen Film über, wie realistisch solch ein Szenario sein mag. Nicht die plötzlich auf null sinkende Fertilität, sondern die Art, wie die Menschheit mit dieser umgeht. Würde in unserer modernen, globalisierten, zivilisierten Welt ab morgen plötzlich kein einziges Kind mehr geboren, würden wir uns panisch selbst zugrunde richten? Oder würden wir mit den Schultern zucken und weiter unserem Tagwerk nachgehen, arbeiten, Bücher lesen, Serien anschauen und im Supermarkt einkaufen gehen? Einsam würde es freilich für die letzten geborenen Kinder werden, wenn viele Jahrzehnte vergangen und alle Anderen schon Geschichte sind.

So traurig und düster dieses filmische Szenario auch anmutet, so spannend ist es, über die möglichen Konsequenzen nachzudenken, so interessant ist die Idee an sich. Ein Glück, dass die Wahrscheinlichkeit einer solchen Entwicklung in der realen Welt verschwindend gering ist und wir uns weiter im filmischen Elfenbeinturm mit diesen Ideen beschäftigen können.

2 Gedanken zu “Freitags-Special: Eine Welt ohne Kinder

  1. Dieser Film ist leider ein vergessenes Juwel. Stark gespielt, ein Szenario, dass Gänsehaut erzeugt und eine Grundidee, die, wie du schon schreibst, zum Nachdenken anregt. Allein der Abschnitt fast zum Schluss in dem Kriegsgebiet, als die Schießerei wegen dem Geschrei vom Kind aufhört und keine Minute später einfach alle wieder losballern, als sei es unwichtig, hat mich sprachlos zurückgelassen. Modernes Genrekino

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